HISTORIE

Vereinsgeschichte

Eine kleine Historie der Heringsdörfler Villingen e. V.

Es war einmal ein Bauunternehmer namens „Häring“. Der baute um die Jahrhundertwende im Jugendstil ein paar schmucke Häuser in der Rietheimer Straße in Villingen. Weitere kamen hinzu, so entstand bis in die Nähe des „Dreckslochs“ (Müllhalde) ein Wohngebiet, dass im Volksmund „Häringsdorf“ genannt wurde. Die Heringe von heute!

Da die Ureinwohner Villinger waren, hatten sie auch närrisches Blut in den Adern, so dass es nicht verwunderlich war, wenn sie in ihrer Wohngemeinschaft ihre eigene Fasnacht machen wollten. Mit dem Wecken fing alles an! Es war in den 50iger Jahren, als eine Anzahl Narren mit Trommeln und allem was Krach macht, ihre Mitbewohner am Fasnet-Mendig früh aus dem Schlaf rissen. Die Gaudi war perfekt. Doch einige wenige wollten mehr und gründeten kurzerhand 1960 einen Fasnetverein, das heißt beileibe keinen eingetragenen Verein, sie wollten so lange wie möglich eine lose Gemeinschaft bleiben, was ihnen auch bis 1980 gelang. Doch davon später. Doch „ohne Ordnung und Organisation“ lief nichts. Bei den ersten Bällen im „Laible und Schlachthof“ zeigten die recht närrischen Büttenredner bereits, was sie alles so drauf hatten. Und schon war auch ein eigenes Heringsdorflied zum Mitsingen geboren. Hochstimmung pur! Man war von der Idee so begeistert, dass ein Vorstand, ein kleiner und großer Rat, selbst ein Präsident nicht lange auf sich warten ließ!

1962 bewiesen sich die Heringsdörfler erstmals als Meister im Wagenbau. Sie bauten einen Fasnachtswagen, der auf das Gestanksproblem vom Dreckloch aufmerksam machte. Aktuelle Wagen folgten, bis es zu Raumengpässen kam. Beständige zeitlose Wagen waren gefragt. Also bauten sie 1966 einen Riesenfisch. Das „ä“ wurde vom „e“ abgelöst, der Hering zum Wappentier gemacht und als Kopfbedeckung eine elegante Heringsmütze geschaffen. Sie waren ab sofort angesehene Heringsdörfler.

Was noch fehlte war „Auswurfmunition“! So wurde das Niederwiesen einfach in das Wohngebiet einverleibt und schon war der Bonbonsegen da. Denn die dort ansässigen Fabrikanten waren von der Sache schnell begeistert. Einmal auf einem Wagen mitfahren, da waren sie nicht mehr zu bremsen. 50 Zentner Bonbons, später 20.000 Schokolädchen waren keine Seltenheit. Es war viel und doch nicht. Denn der Heringsfuhrpark wuchs. Dem Fisch folgte der Kutter, danach mit viel Prunk der große Repräsentationswagen, auf dem die Prominenz und besonders verdiente Heringsdörfler mitfahren durften. Zwei Fahrzeuge hatten ihre eigenen Kapellen, wo der Heringsschlager im unüberhörbaren Schlachtruf „Heia Heia Hering“ nahezu unterging.

Viele Wagenbegleiter, gut gekleidet, und die Clowns in neuen Kostümen „mit Schirm, Charme und Melone“ gaben ihnen die verdiente Anerkennung. Vom eigenen Spielmannszug angeführt, präsentierten 1985 die rührigen Wagenbauer den begeisterten Zuschauern „sechs herrliche Fasnachtswagen“. Die Vereinsfriseure hatten mehr als 100 Clowns zu schminken, feierten sie doch inzwischen den 25. Geburtstag.

Man kann in Dankbarkeit von glücklicher Vorsehung sprechen. Hing doch fünf Jahre zuvor der Fortbestand des Vereins an einem seidenen Faden. Denn, um all dies unterzubringen, musste eine große Abstellhalle gebaut werden, was wiederum eine Vereinsgründung mit Satzung und Registereintrag unerlässlich machte. Nur eine geringe Mehrheit stimmte dieser Lösung zu. Gesonderte Spenden und unermüdlicher Einsatz aller Mitglieder, der Wagenbauer im Besonderen, machten den Bau ihrer eigenen Halle von 1979 bis 1980 möglich. Nur die großen Vereine konnten sich damals eine Halle leisten und so sei an dieser Stelle den beiden damaligen Ratsmitgliedern Alfred Herzog und Franz Aiple stellvertretend für alle in besonderer Weise gedankt, dies auch für die Heringsdörfler umgesetzt zu haben. Denn es wäre undenkbar, heute die wunderschönen Wagen und alle Kostüme, die sich im Besitz des Vereins befinden, überall zu lagern. Einige Daten des Hallenbaus zeigen die hervorragende Leistung der damaligen Hallenbauriege. Diese wurde mit eigenen Kräften gebaut, bis auf die Stahlkonstruktion, die von einer Villinger Firma erstellt wurde.

Spatenstich: 25.04.1979
Richtfest: 13.07.1979
Rohbauabnahme: 20.09.1979
Hallen-Einweihung: 16.06.1980

Es war aber nicht nur die Straßenfasnacht, die die Heringsdörfler zu einem unverzichtbaren Bestandteil des großen Umzugs machte. Auch die Fasnachtsbälle, die im ZK auf kleiner Bühne, später im Münsterzentrum, zuletzt im Fidelis gefeiert wurden, erreichten in ihrer Programmgestaltung ein Niveau, das bis heute großen Bühnen ebenbürtig ist.

1996 wurden die Damen und Herren des Großen Rates und der Vorstandschaft mit neuen Ratswesten ausgestattet. Die Damen im Rat bekamen die kessen Hütchen mit einem Silberfisch.

1997 wurde die Auswurfmunition auf die beliebten Ritter-Sport Schokolädchen umgestellt.

1998 wurde der Galawagen umgebaut und bekam ein völlig neues Gesicht. Dem Heringsclown wurde ein repräsentativer Platz zugewiesen.

Präsendenten und Vorsitzende:

Josef Volz                           Erster Präsident 1960 bis 1963

Karl Joerger                       Zweiter Präsident 1963 bis 19971

Fritz Keller                          Dritter Präsident 1971 bis 1977

Karl Schütz                         Vierter Präsident 1977 bis 1988

Alfred Herzog                   Erster Vorsitzender 1966 bis 1991

Konrad Storz                     Erster Vorsitzender 1991 bis 2001

Dieter Hoge                       Erster Vor sitzender 2001 bis 2004

Peter Herbst                     Erster Vorsitzender 2004 bis …

Frank Thoma                     Erster Vorsitzender von … bis 2021

Werner Betsch                 Erster Vorsitzender von 2021 bis 2025

Ralf Ingo Götz Erster Vorsitzender seit 2025

Vorstandschaft im Jubiläumsjahr 2010 (50 Jahre):

Erster Vorstand Peter Herbst, Zweiter Vorstand Günter Steiger, Dritter Vorstand Norbert Ertel, Erster Schriftführer Dieter König, Erster Kassierter Rolf Blum